HerzensangelegenheitWarum schöne Fotos so wichtig sind

Geht es euch auch so, daß ihr nach Sylvester erst einmal das vergangene Jahr revue passieren lassen müsst, bevor ihr euch Hals über Kopf ins Neue stürzt? 2017 hat viele Überraschungen für uns bereit gehalten, viele unglaublich tolle Momente und Erfahrungen, aber eben auch manch trauriges Erlebnis. Wie das Leben halt so ist…

Normalerweise werden vor allem die schönen und freundlichen Seiten des Lebens von Fotografen mit der Welt geteilt, wir möchten heute die eher melancholischen und traurigen Töne anschlagen. Denn auch die halten eine Lektion für uns bereit und haben eine Daseinsberechtigung.

Eine kleine Geschichte zum Anfang:

Vor einem guten Jahr, im Oktober 2016, hat eine ganz liebe Freundin von uns ihre Mutter im Krankenhaus besucht, um ihr dort eine frohe Botschaft zu übermitteln: Sie war endlich schwanger, ein absolutes Wunschkind sollte die Familie ergänzen.  Aber die Freude über den Zuwachs wurde leider jäh getrübt, die niederschmetternde Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs bei der Mutter hat uns allen den Boden unter den Füßen weg gerissen. Wie bereitet man sich auf einen derart großen Verlust vor? Würde sie zur Geburt ihres Enkels überhaupt noch leben?

Die emotionale Talfahrt hat diese Familie extrem viel Kraft und Tränen gekostet, hat sie aber auch noch enger zusammen rücken lassen, denn zwischen Hoffnung und Angst ist eben doch viel Platz für Liebe und das bewusste Leben im Hier & Jetzt. Jeden Moment aufsaugen, weil man ahnt, wie schnell diese Erinnerungen an Wert gewinnen werden und wie unwiederbringlich sie sind.

In dieser Zeit haben wir uns mehrfach zu kleinen Fotosessions getroffen, haben konserviert was uns so unendlich wichtig erschien: Den wachsenden Babybauch, Mutter und Tochter zusammen, Familienfotos von allen. Gegen jegliche Prognose der Ärzte hat Mama Karin es tatsächlich geschafft, die Geburt ihres Enkels noch zu erleben – wir glauben ja, daß es das Baby war, was ihr eine Extraportion an Lebenskraft und Energie gegeben hat.

Der kleine Henning wird sich selber nicht daran erinnern können, aber es gibt Bilder auf denen er in den liebevollen Armen seiner Oma liegt, umgeben von seinen stolzen großen Brüdern. Kostbar, unbezahlbar und unendlich wertvoll, denn seine Oma wird er nie bewusst kennenlernen…seit Herbst letzten Jahres ist sie nicht mehr bei uns.

Wir waren ganz nah dabei, als beste Freunde und Fotografen, haben zusammen geweint aber noch mehr gelacht. Den Lauf des Lebens kann niemand vorhersagen, geschweige denn aufhalten (auch wenn wir alles dafür gegeben hätten!). Was bleibt, sind die Erinnerungen an die Herzensmenschen, die Anekdoten die man sich gegenseitig erzählt, Erbstücke und eben die Fotos…

Und genau da liegt die Lektion versteckt, von der wir am Anfang gesprochen haben. Wir sollten nicht nur bewusst im “Jetzt” leben und jeden Moment genießen, sondern auch für schöne Erinnerungen sorgen – niemand von uns weiß, wieviel Zeit uns gegeben ist und wäre es nicht schöner, das “Jetzt” einzufangen, als zu warten bis einer unserer Liebsten schwer erkrankt? Einen perfekten Zeitpunkt gibt es selten, aber genau darum geht es ja, jetzt ist perfekt genug! Und auch, wenn wir uns selber nicht so besonders auf Fotos mögen, sollten wir zumindest für unsere Herzmenschen in Bildern existieren.

Also lasst uns zusammen schöne Erinnerungen schaffen!

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